{"id":849,"date":"2017-03-16T00:01:09","date_gmt":"2017-03-15T22:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/sannysbuchwelten.com\/?p=849"},"modified":"2017-03-16T00:01:09","modified_gmt":"2017-03-15T22:01:09","slug":"tag-4-buchexpedition-rebel-heart-von-susan-b-hunt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sannysbuchwelten.de\/?p=849","title":{"rendered":"Tag 4: Buchexpedition Rebel Heart von Susan B. Hunt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/sannysbuchwelten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17155833_10212007030511633_3423354248835578000_n-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-851\" src=\"http:\/\/sannysbuchwelten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17155833_10212007030511633_3423354248835578000_n-1.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"252\" \/><\/a><\/p>\n<p>Heute ist Tag 4 der Buchexpedition\u00a0 Rebel Heart Ragnar und Jaz von Susan B. Hunt. Ich habe heute ein sehr schweres Thema: <strong>P\u00e4dophilie<\/strong>. Aber ich habe mich dazu entschlossen, einen Artikel zu verfassen, weil mir das Thema pers\u00f6nlich sehr am Herzen liegt. Ich bin Mutter und Oma und hoffe, dass meinen s\u00fc\u00dfen Enkelkindern nie etwas geschieht.<\/p>\n<p><strong>P\u00e4dophilie \u2013 darunter versteht man die Veranlagung, die eigene Sexualit\u00e4t nur oder \u00fcberwiegend mit Kindern ausleben zu wollen. Viele F\u00e4lle von <a href=\"http:\/\/www.onmeda.de\/sexualitaet\/kindesmissbrauch.html\">sexuellem Missbrauch<\/a> an Kindern finden innerhalb des engeren sozialen Umfelds statt \u2013 h\u00e4ufig durch V\u00e4ter,Stiefv\u00e4ter, Verwandte, Erzieher oder Lehrer. Die Dunkelziffer ist dabei vermutlich hoch. <\/strong><\/p>\n<p>P\u00e4dophile Menschen erreichen sexuelle Befriedigung und Erregung \u00fcberwiegend oder ausschlie\u00dflich durch sexuelle Handlungen mit Kindern oder durch Fantasien \u00fcber solche Handlungen. Die Kinder sind dabei in der Regel noch nicht in der <a href=\"http:\/\/www.onmeda.de\/partnerschaft\/pubertaet.html\">Pubert\u00e4t<\/a> oder sie befinden sich in einer fr\u00fchen Phase der Pubert\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Je enger<\/strong> die famili\u00e4re Bindung zwischen Opfer und T\u00e4ter ist, <strong>desto gr\u00f6\u00dfer<\/strong> ist oft die Scheu der Opfer, Missbrauchstaten zur Anzeige zu bringen. Daher kommen F\u00e4lle innerhalb des famili\u00e4ren Umfelds meist erst sehr viel sp\u00e4ter zur Anzeige, zum Beispiel, wenn die Kinder aus dem Haus oder erwachsen sind \u2013 oder es wird gar keine Anzeige erstattet.<\/p>\n<p><strong>Sexueller Missbrauch<\/strong> an Kindern ist <strong>strafbar<\/strong> \u2013 dabei spielt es keine Rolle, ob die Taten gewaltfrei ablaufen oder nicht. N\u00e4hert sich ein P\u00e4dophiler einem Kind an, geschieht dies oft nicht in aggressiver Weise, sondern vielmehr zaghaft und freundlich. Fehlende Aggressivit\u00e4t bedeutet jedoch nicht, dass kein Missbrauch vorliegt. Wendet der T\u00e4ter Gewalt an, um ein Kind zu sexuellen Handlungen zu zwingen, spricht man von <strong>sexueller Misshandlung<\/strong>.<\/p>\n<p>Sexueller Missbrauch ist auch strafbar, wenn das Kind <strong>nicht ausdr\u00fccklich gegen seinen Willen<\/strong> in sexuelle Handlungen einbezogen wurde \u2013 denn Kinder sind aufgrund ihres Entwicklungsstands noch nicht in der Lage, vollst\u00e4ndig zu begreifen, was mit ihnen geschieht.<\/p>\n<p>Nicht nur sexueller Missbrauch ist strafbar, sondern auch <strong><a href=\"http:\/\/www.onmeda.de\/sexualitaet\/pornographie.html\">Kinderpornografie<\/a><\/strong>. Die Herstellung, Verbreitung und der Besitz von Kinderpornografie sind in der Bundesrepublik Deutschland verboten. Quelle:(http:\/\/www.onmeda.de\/sexualitaet\/paedophilie.html)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Opfer<\/strong><\/h3>\n<p>Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, leiden meist erheblich darunter. Zu m\u00f6glichen Folgen z\u00e4hlen etwa psychosomatische Beschwerden \u2013 zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.onmeda.de\/symptome\/bauchschmerzen.html\">Bauchschmerzen<\/a> \u2013, aber auch Angst vor Erwachsenen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerade, wenn der T\u00e4ter aus dem <strong>Familien- oder Bekanntenkreis<\/strong> stammt, h\u00e4lt der Missbrauch oft jahrelang an und das Kind kann sich dem Geschehen nicht entziehen. Im Erwachsenenalter sind die Opfer fast immer in ihrem k\u00f6rperlichen Erleben beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal gilt in akuten Situationen: Opfer und T\u00e4ter sollten sofort voneinander getrennt werden. Dies ist vor allem wichtig, wenn der T\u00e4ter aus der eigenen Familie stammt. Mithilfe einer <strong>Psychotherapie<\/strong> kann das Opfer das entstandene Trauma bearbeiten.<\/p>\n<p><strong>Die Dunkelziffer:<\/strong><\/p>\n<div id=\"content-main\" class=\"grid-article clearfix\">\n<div class=\"column-wide\">\n<div class=\"dig-artikel\" lang=\"de\">\n<div class=\"dig-text\">\n<div class=\"dig-absatz\">In Relation zu den 12 Millionen Kindern, die in Deutschland leben, ist das immer noch eine vergleichsweise winzige Zahl &#8211; betroffen w\u00e4ren demnach pro Jahr 0,017 Prozent (Verurteilungen wegen Kindesmi\u00dfbrauchs) oder 0,126 Prozent (Anzeigen) der Kinder.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Es liegt im Wesen jeder Dunkelziffer, da\u00df es \u00fcber ihre Gr\u00f6\u00dfe nur Spekulationen geben kann &#8211; beim Thema P\u00e4dophilie ist der Dissens besonders auff\u00e4llig. 1983 vermutete das Bundeskriminalamt, die Dunkelziffer liege sechs- bis achtmal so hoch wie die Zahl der gemeldeten F\u00e4lle. Zwei Jahre sp\u00e4ter verlautbarte das gleiche Amt, die Hell-\/Dunkelfeld-Relation betrage nun 1 : 8 bis 1 : 15. Die baden-w\u00fcrttembergische Landesregierung hat die Sch\u00e4tzung inzwischen auf 1 : 20 korrigiert. Als Rita S\u00fcssmuth noch Bundesgesundheitsministerin war, sch\u00e4tzte ihr Ministerium, es w\u00fcrden in (West-)Deutschland &#8222;bis zu 300 000 Kinder im Jahr&#8220; sexuell mi\u00dfbraucht, das entspr\u00e4che einer Dunkelziffer von 1 : 200.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">In den letzten zehn Jahren haben sich \u00fcberall Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen gegen den sexuellen Mi\u00dfbrauch konstituiert. Deren Vermutungen \u00fcber das Ausma\u00df dieses heimlichen Verbrechens gehen noch weiter: Die H\u00e4lfte aller deutschen M\u00e4dchen, hei\u00dft es dort, w\u00fcrde sexuell mi\u00dfbraucht.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Alle diese &#8222;Zahlen sind Fiktion&#8220;, urteilt die Berliner P\u00e4dagogin und Publizistin Katharina Rutschky, die \u00fcber den Kindesmi\u00dfbrauch und die &#8222;erregte Aufkl\u00e4rung&#8220; ein Buch geschrieben hat. Die gigantischen Sch\u00e4tzungen sollen, meint Frau Rutschky, die Gesellschaft &#8222;anf\u00e4llig machen f\u00fcr eine ganz und gar phantastische Welt, in der die Sexualit\u00e4t der Feind Nummer eins im Leben der Kinder (und Frauen) ist&#8220;. Hinter der neu entfachten Debatte \u00fcber sexuelle Gewalt vermutet Katharina Rutschky radikale Feministinnen.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Der Streit ist nicht zu entscheiden. Den Sexualwissenschaftlern fehlen verl\u00e4\u00dfliche Untersuchungen \u00fcber Ausma\u00df und Modus der Liebe mit Kindern; au\u00dferdem ist die Zunft traditionell \u00fcber jedes Thema tief zerstritten. Als sicher kann nur gelten, da\u00df es P\u00e4dophilie in vielen Spielarten seit Jahrtausenden gibt.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">\u00a0liebend gibt der Sterbliche vom Besten.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\"><\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Bei den Naturv\u00f6lkern Polynesiens soll es eine &#8222;institutionalisierte P\u00e4derastie&#8220; gegeben haben, deren Sinn die Zuf\u00fchrung von Sperma gewesen sei. Erst der m\u00e4nnliche Samen mache aus dem Knaben einen Krieger, hoffte man.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Von Mythen und M\u00e4rchen umkr\u00e4nzt sind auch die modernen Begr\u00fcndungen, mit denen \u00e4ltere P\u00e4derasten ihr Tun rechtfertigen. Dem Bremer Soziologieprofessor R\u00fcdiger Lautmann, der \u00fcber die &#8222;Ph\u00e4nomenologie sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern&#8220; geforscht hat, weil er den &#8222;P\u00e4dophilen helfen&#8220; will, ist aufgefallen, da\u00df die befragten M\u00e4nner &#8222;das Lebendige an den Kindern hervorheben. Das Unverbildete. Das noch nicht Kanalisierte. Auch das Abenteuerhafte&#8220;. F\u00fcr &#8222;echte P\u00e4dophile&#8220;, meint der Professor, komme &#8222;das Sexuelle eigentlich erst in zweiter Linie&#8220;. Aber kommen tut es ihnen dann doch.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">F\u00fcr den Frankfurter Sexualwissenschaftler Martin Dannecker ist genau an diesem Punkt die &#8222;Grenze zum sexuellen Mi\u00dfbrauch \u00fcberschritten&#8220; &#8211; wenn n\u00e4mlich die &#8222;von dem Erwachsenen gesp\u00fcrte Lust und sexuelle Erregung in eine sexuelle Aktion transformiert wird&#8220;. Es gebe ein allgemein respektiertes &#8222;Tabu der Minderj\u00e4hrigkeit&#8220;, das besagt, &#8222;da\u00df es in sexueller Hinsicht bedeutsame und zu respektierende Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen gibt&#8220;.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Das Tabu ist nicht sehr scharf markiert, weil die biologische Reife eines \u00e4lteren Kindes mit den gesetzlichen Schranken selten nahtlos \u00fcbereinstimmt. Jede Person unter 14 Jahren gilt als Kind. Die Strafrechtsparagraphen zum &#8222;Schutz der sexuellen Selbstbestimmung&#8220; definieren jede sexuelle Handlung an, mit oder vor einem Kind als &#8222;sexuellen Mi\u00dfbrauch&#8220;.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">&#8222;Wenn Kinder also Sexualit\u00e4t untereinander erleben&#8220;, klagt das &#8222;Handbuch der Sexualit\u00e4t&#8220;, &#8222;sind sie nach der Definition des Strafrechts zugleich T\u00e4ter und Opfer.&#8220;<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Kuriose Folgen sind m\u00f6glich, zumindest theoretisch: Koitiert ein 13j\u00e4hriger Junge mit einem 14j\u00e4hrigen M\u00e4dchen, so ist der Junge Opfer, das M\u00e4dchen T\u00e4terin. Ein Jahr sp\u00e4ter, der Junge ist nun 14 Jahre und damit strafm\u00fcndig, das M\u00e4dchen 15 Jahre und noch innerhalb der weiblichen Schutzaltersgrenze, die es vor dem Koitus bewahren soll, kann der Junge auf Antrag als T\u00e4ter verfolgt werden, das M\u00e4dchen ist dann das Opfer.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Die Neigung der Justiz, solche kindlichen Liebeleien zu bestrafen, ist \u00e4u\u00dferst gering. \u00dcber den seelischen Schaden, der beim fr\u00fchen T\u00eate-\u00e0t\u00eate angerichtet wird, gehen die Meinungen der Experten auseinander.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Von den literarischen und k\u00fcnstlerischen F\u00fcrsprechern der P\u00e4dophilie mal abgesehen, sind sich die medizinischen und psychologischen Sachkenner des sexuellen Mi\u00dfbrauchs \u00fcber die negativen Auswirkungen der erwachsenen &#8222;Lust am Kind&#8220; durchaus einig. Schwere und Dauer des Schadens sind dabei von vielen Fakten abh\u00e4ngig. Die wichtigsten sind das Alter des Kindes, die Art des Mi\u00dfbrauchs und seine H\u00e4ufigkeit sowie die Pers\u00f6nlichkeit des T\u00e4ters. &#8222;Anatomische Puppen&#8220; sollen helfen, die Mi\u00dfbrauchssituation bei Befragungen und in der Psycho-Praxis nachzustellen.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\"><\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Die weitaus meisten T\u00e4ter sind M\u00e4nner im Alter von 20 bis 50 Jahren. Der &#8222;Fr\u00fchreife&#8220; und der &#8222;Lustgreis&#8220; spielen keine gro\u00dfe Rolle mehr. Variabel sind die Aktivit\u00e4ten, sie reichen vom Exhibitionismus bis zur Vergewaltigung, im schlimmsten Fall bis zum Sexualmord.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Exhibitionisten, im Polizeijargon &#8222;GeVauZett&#8220; (f\u00fcr &#8222;Gliedvorzeiger&#8220;) genannt, werden von coolen Berliner G\u00f6ren schon mal durch den Zuruf &#8222;Ist der aber klein!&#8220; demoralisiert. Eine Gefahr des abweichenden Sexualverhaltens liegt darin, da\u00df der Triebgest\u00f6rte sich nicht immer und f\u00fcr alle Zeiten zuverl\u00e4ssig steuern kann &#8211; aus dem Exhibitionisten kann, \u00fcber Nacht, ein M\u00f6rder werden.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">M\u00e4nner, die sich kleinen M\u00e4dchen n\u00e4hern, lassen sich in drei Gruppen einteilen: Jeder dritte ist ein &#8222;genuiner&#8220; P\u00e4dophiler &#8211; er zieht das Kind als Sexualpartnerin auch dann vor, wenn eine attraktive Frau im Bett nebenan liegt. Die zweite T\u00e4tergruppe umfa\u00dft die &#8222;Nebenstrom&#8220;-P\u00e4dophilen &#8211; die nehmen, was sie kriegen k\u00f6nnen, bei Gelegenheit auch ein Kind. F\u00fcr das letzte Drittel der T\u00e4ter ist das Kind nur ein &#8222;Ersatzpartner&#8220; &#8211; es fehlt eine erwachsene Frau, oft deshalb, weil der Mann &#8222;grenzdebil&#8220; ist, also leicht schwachsinnig.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Die meisten T\u00e4ter suchen sich ihre Opfer aus dem &#8222;sozialen Nahbereich&#8220;. Fremde sind in weniger als 20 Prozent die T\u00e4ter. Bekannte der Familie, Nachbarn, Stiefv\u00e4ter und Freunde der Mutter sind es am h\u00e4ufigsten. Leibliche V\u00e4ter spielen, entgegen weitverbreiteter Ansicht, eine eher marginale Rolle. Sie n\u00e4hern sich ihren T\u00f6chtern nicht h\u00e4ufiger als deren leibliche Br\u00fcder, sofern die mehr als sechs Jahre \u00e4lter sind.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Der sexuelle Mi\u00dfbrauch innerhalb der Familie ist, weil er die meiste Aufmerksamkeit erregt, am genauesten erforscht. Zu Recht am gef\u00fcrchtetsten ist der tyrannische Vater, oft ein sozial randst\u00e4ndiger Mann, der trinkt und es notfalls auch mit einem Haustier treiben w\u00fcrde.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Zum Inzest disponiert auch der Rollentausch innerhalb der Familie: Wenn die heranwachsende, patente Tochter die Rolle der kr\u00e4nkelnden oder vital schwachen Mutter \u00fcbernimmt, einkauft und den Haushalt f\u00fchrt, dann ger\u00e4t sie wom\u00f6glich auch im Bett an (Stief-)Vaters Seite.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Oft besteht der prim\u00e4re Reiz f\u00fcr den T\u00e4ter in der Kindlichkeit seines Opfers. Die homosexuellen P\u00e4derasten verlieren das Interesse an ihrem kindlichen Sexualpartner, sobald der in die Pubert\u00e4t kommt. Das ist, sagt Sexualwissenschaftler Dannecker, das &#8222;vorgegebene Ende&#8220;. Das &#8222;p\u00e4dosexuelle Verlangen&#8220; mache sich &#8222;auf die Suche nach einem neuen unreifen Objekt&#8220;.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\"><\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Auch aufgekl\u00e4rte, vor dem &#8222;b\u00f6sen Onkel&#8220; gewarnte Kinder sind den Verf\u00fchrungsk\u00fcnsten der Erwachsenen, vor allem aus dem sozialen Nahraum, oft nicht gewachsen. Viele T\u00e4ter schaffen Sympathie durch ein bewu\u00dft rangordnungsgleich gehaltenes Gespr\u00e4ch wie unter Erwachsenen. Andere gew\u00e4hren materielle Verg\u00fcnstigungen &#8211; oft reichen schon ein paar (verbotene) S\u00fc\u00dfigkeiten. Eine erfolgreiche Strategie ist auch die Rolle des \u00dcberl\u00e4ufers in das Lager kindlicher Opposition. Wie auch immer, der Lohn ist mindestens ein &#8222;Doktorspiel&#8220;.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Da\u00df Kinder ein aktives Interesse an der Anatomie erwachsener M\u00e4nner h\u00e4tten, ist ein Ger\u00fccht. Selbst &#8222;P\u00e4do&#8220;-F\u00fcrsprecher Lautmann mu\u00df zugeben, da\u00df &#8222;einiges Zureden&#8220; n\u00f6tig ist, wenn der Kinderfreund &#8222;ber\u00fchrt werden m\u00f6chte&#8220;. Lautmann milde: &#8222;Sanfte \u00dcberredung ist sicher harmlos und mit dem hohen Ma\u00df an Verbalisierung notwendig verbunden.&#8220;<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Die Liebe bleibt meist einseitig. Die Erwachsenen geheimnissen ihre Wunschtr\u00e4ume in das sch\u00f6ne, begehrenswerte Sexualobjekt &#8211; und manchmal endet, wie in Thomas Manns Novelle vom &#8222;Tod in Venedig&#8220;, die verbotene Liaison mit dem endg\u00fcltigen Verl\u00f6schen von Trieb und Trott.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Die todernste Gefahr der P\u00e4dophilie liegt in dem Risiko eines Mordes am Kind. Das ist, verglichen mit der H\u00e4ufigkeit des Delikts, ein seltenes Ereignis. 1995 kam in Deutschland ein Kind als Opfer eines Sexualverbrechens zu Tode, 1994 waren es sechs.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\"><\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Manchmal ger\u00e4t, wie jetzt in Belgien, dem T\u00e4ter das eigene Tun v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle. Als gr\u00f6\u00dfter Serienm\u00f6rder der Geschichte gilt der franz\u00f6sische Ritter Gilles de Rais, der zwischen 1426 und 1440 mindestens 140 Kinder auf seine Schl\u00f6sser verschleppt und dort get\u00f6tet und zerst\u00fcckelt haben soll. Ob der Adelsmann die unschuldigen Kinder wirklich &#8222;erw\u00fcrgt und massakriert&#8220; hat, ist immer noch strittig: Der Haudegen war ein Kampfgef\u00e4hrte der fabelhaften Jeanne d&#8220;Arc, und vor Gericht stellten ihn deren Feinde, die Engl\u00e4nder. 1992, gut f\u00fcnfeinhalb Jahrhunderte nach seiner Hinrichtung, sprach ein franz\u00f6sisches Gericht den Aristokraten postum frei.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Wie die Relation zwischen Anzeigen und Verurteilungen bei sexuellem Mi\u00dfbrauch beweist &#8211; in Deutschland rund 8 : 1 -, sind die Chancen, als Unschuldiger davonzukommen, bei diesem Delikt besonders gro\u00df. Urteile, wie sie w\u00e4hrend der spektakul\u00e4ren Prozesse von Flachslanden gef\u00e4llt wurden &#8211; von 27 Angeschuldigten wurden 13 verurteilt, zu dreieinhalb bis 14 Jahren Gef\u00e4ngnis -, sind in der deutschen Justizgeschichte die Ausnahme.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Gew\u00f6hnlich finden die einschl\u00e4gigen Prozesse weitgehend unter Ausschlu\u00df der \u00d6ffentlichkeit statt, auch zum Schutz der Opfer. Die T\u00e4ter verteidigen sich meist mit einem Potpourri immer gleicher Argumente: Es sei Liebe gewesen, Aufkl\u00e4rung und F\u00fcrsorge; man habe ein Ventil f\u00fcr den Sexualtrieb gebraucht; schuld sei die Mutter; das Kind habe den Erwachsenen verf\u00fchrt.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Diese &#8222;Lolita&#8220;-Version des sexuellen Mi\u00dfbrauchs erfreut sich in Literatur, Kunst und Pornofilm vielf\u00e4ltiger Variationen &#8211; die sind alle Phantasie. Ein &#8222;pr\u00e4pubert\u00e4res M\u00e4dchen&#8220;, erl\u00e4utert der Kieler Sexualmediziner Hartmut Bosinski, k\u00f6nne manchmal durchaus &#8222;kokett&#8220; sein &#8211; aber niemals sei dies die bewu\u00dfte oder unbewu\u00dfte Aufforderung zum Geschlechtsverkehr.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Bosinski st\u00fctzt dieses Urteil auf seine eigenen Erfahrungen als Sexualtherapeut und Gutachter. Bisher gebe es auf dem weiten Feld der P\u00e4dophilie nur Hypothesen, &#8222;einige w\u00e4ren sogar testbar&#8220;. So ist die klare Abgrenzung von Sozialisationsdefekten als Ursache sexuellen Mi\u00dfbrauchs gegen\u00fcber den m\u00f6glichen biologischen Faktoren bisher nicht vorgenommen worden, obwohl jeder dritte T\u00e4ter fr\u00fchkindliche Hirnsch\u00e4den erlitten hat, die ihn sp\u00e4ter wom\u00f6glich in das Desaster treiben. Doch verl\u00e4\u00dfliche Daten fehlen.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">In der Fachzeitschrift Psychologie heute werden dem Leser zwar die &#8222;Strukturen m\u00e4nnlicher Sozialisation und potentieller T\u00e4terschaft&#8220; bez\u00fcglich des &#8222;sexuellen Mi\u00dfbrauchs an M\u00e4dchen und Frauen&#8220; erl\u00e4utert, doch obsiegt hierbei Ansicht \u00fcber Einsicht: Die Aufkl\u00e4rung von Jungen suggeriere &#8211; trotz aller Lehrerinnen? &#8211; noch immer &#8222;die Selbstverst\u00e4ndlichkeit aggressiven m\u00e4nnlichen Sexualverhaltens&#8220;, sie vermittle eine &#8222;jederzeitige Verf\u00fcgbarkeit von Frauen als Objekte&#8220;. In gerichtlichen Verfahren f\u00e4nden die &#8222;Folgen der Tat beim Opfer&#8220; &#8211; trotz der Gutachterinnen? &#8211; kaum Beachtung. Ganz generell habe das &#8222;patriarchale M\u00e4nnlichkeitsbild der Gesellschaft&#8220; diese &#8222;fatalen Auswirkungen&#8220; und m\u00fcsse deshalb weg.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Solche Radikalkur hat wenig Aussicht auf Verwirklichung. Der Kieler Sexualmediziner Reinhard Wille hat schon vor einem Jahrzehnt am Zeithorizont hoffnungsvolle Zeichen erkannt, die sich seither vermehrt haben und von spektakul\u00e4ren Ereignissen wie in Belgien oder in Flachslanden nur vor\u00fcbergehend verdunkelt werden: Der Professor registriert einen seit Jahrzehnten andauernden R\u00fcckgang der deutschen Sexualkriminalit\u00e4t, in 30 Jahren um zwei Drittel.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">Dieser R\u00fcckgang habe zeitgleich mit der &#8222;sexuellen Revolution&#8220; Anfang der sechziger Jahre eingesetzt, lange vor allen Strafrechtsreformen. Vom &#8222;Tabu-Umsturz&#8220; profitierten vor allem die &#8222;konkurrenzschwachen Jungt\u00e4ter mit ihren p\u00e4dophilen Ersatzhandlungen&#8220; und die &#8222;Alterst\u00e4ter mit ihrer spezifischen Libido-Potenz-Diskrepanz&#8220;, deren einschl\u00e4gige Delinquenz mittlerweile auf ein Siebentel gesunken ist.<\/div>\n<div class=\"dig-absatz\">So war die &#8222;sexuelle Revolution&#8220; auf lange Sicht f\u00fcr alle wohlt\u00e4tig. Initiiert von der Jugend der Welt, half sie sogar ihren Verderbern.<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"dig-fussnoten\">\n<div class=\"dig-absatz dig-fussnote\">* &#8222;Jupiter und Ganymed&#8220;, Fresko aus dem 18. Jahrhundert. Quelle: (http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-9085624.html)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"article-copyright\">\n<p>Dieser Artikel ist ausschlie\u00dflich f\u00fcr den privaten Gebrauch bestimmt. Sie d\u00fcrfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.<br \/>\nUnter <a href=\"http:\/\/www.spiegelgruppe-nachdrucke.de\">http:\/\/www.spiegelgruppe-nachdrucke.de<\/a> k\u00f6nnen Sie einzelne Artikel f\u00fcr Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.<\/p>\n<\/div>\n<div>Meine Gewinnspielfrage: Wie hei\u00dft der gegnerischische Motorrad Club?<\/div>\n<div class=\"social-bar-wrapper clearfix\"><\/div>\n<div class=\"social-bar-wrapper clearfix\"><\/div>\n<div class=\"social-bar-wrapper clearfix\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"column-small spiegel-asset-box\">\n<div class=\"spiegel-magazin-title asset-title\">DER SPIEGEL\u00a035\/1996<\/div>\n<div class=\"js-module-box-image asset-align\"><img class=\"magazin-image \" src=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/SP\/1996\/35\/300\" alt=\"Titelbild\" width=\"300\" \/><\/div>\n<div class=\"asset-box\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"asset-box\">\n<div class=\"asset-title\">\u00c4ltere SPIEGEL-Ausgaben<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/\"><strong>Kostenloses Archiv:<\/strong><\/a><br \/>\nSt\u00f6bern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit<br \/>\n1947 \u2013 bis auf die vergangenen zw\u00f6lf Monate kostenlos f\u00fcr Sie.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"asset-box asset-tab-box\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/sannysbuchwelten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17201128_10212034116708771_8124893880380538680_n-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-853\" src=\"http:\/\/sannysbuchwelten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17201128_10212034116708771_8124893880380538680_n-1.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gewinnspielregeln:<br \/>\nJe \u00f6fter ihr unsere Fragen beantwortet, umso mehr Lose k\u00f6nnt ihr sammeln und habt dann h\u00f6here Chancen.<\/p>\n<p>\u2729 Seid \u00fcber 18 Jahre alt oder habt die Erlaubnis eurer Eltern.<br \/>\n\u2729 Nach Ablauf des Gewinnspiels k\u00f6nnen wir euch im Falle des Gewinns eine Email senden. Hierf\u00fcr m\u00fcsst ihr uns eure E-Mail-Adresse hinterlassen.<span class=\"text_exposed_show\"><br \/>\n\u2729 Wir \u00fcbernehmen keine Haftung und es gibt keinen Ersatz falls das Paket verloren geht.<br \/>\n\u2729 Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt.<br \/>\n\u2729 Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br \/>\n\u2729 Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht m\u00f6glich.<br \/>\n\u2729 Das Gewinnspiel endet am 19.03.2017 23:59 Uhr. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt schnellstm\u00f6glich.<br \/>\n\u2729 Facebook hat mit dem Gewinnspiel nichts zu tun<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Heute ist Tag 4 der Buchexpedition\u00a0 Rebel Heart Ragnar und Jaz von Susan B. Hunt. Ich habe heute ein sehr schweres Thema: P\u00e4dophilie. Aber ich habe mich dazu entschlossen, einen Artikel zu verfassen, weil mir das Thema pers\u00f6nlich sehr am Herzen liegt. Ich bin Mutter und Oma und hoffe, dass meinen s\u00fc\u00dfen Enkelkindern nie &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/sannysbuchwelten.de\/?p=849\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eTag 4: Buchexpedition Rebel Heart von Susan B. 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