Lesung in der St. Katharinenkirche Hamburg von und mit Viveca Sten

Am Mittwoch, 20. September 2017, wurde im Programm des Harbour Front Lesefestival in Hamburg eine Lesung mit der schwedischen Autorin Viveca Sten präsentiert. Viveca Sten stellte ihren aktuelllen Krimi, Mörderisches Ufer, erschienen im April 2017.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2479 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch eBook; Auflage: 1 (6. April 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • (Quelle Amazon.de)

Auf diese Lesung habe ich mich ganz besonders gefreut. Die Moderatorin war Birgit Hasselbusch von NDR 90,3 und Buchautorin. Soviel habe ich lange nicht mehr gelacht. Dabei hatte ich sehr schwer zu tragen gehabt, denn ich hatte meine gesamtem Bücher, die noch nicht signiert waren, mitgenommen. Es waren von den acht Stück, SIEBEN! Ich danke dem Veranatalter für die schöne Vorstellung. Ich freue mich auf neue Autorenlesungen im Jahr 2018!

 

 

Rezension zu Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe

Nane und ihre Mutter Vicky kommen zur Beerdigung der Mutter/Großmutter Eva an den Bodensee. Die Stimmung zwischen den den Halb-Schwestern Marlene und Vicktoria ist sehr angespannt. Um Marlene nicht lange mit dem Besuch von Vicky zu beanspruchen, fährt die Jüngere nach der Beerdigung wieder davon. Nane jedoch ist bei ihrer Tante Marlene sehr gerne gesehen. Im Nachlaß der Oma sind Aufzeichnungen aus dem 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Nane erfährt die Geschichte ihrer Großmutter Eva sehr wirklichkeitsnah. Je mehr Nane in die Geschichte eintaucht, umso mehr unglaubliches erfährt die junge Frau.

Brigitte Riebe hat hier unsere jüngere Vergangenheit in einem sehr informativen Roman verarbeitet.  Ich habe aus sehr persönlichen Gründen es seit Jahren vermieden, Geschichten aus dem 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit zu lesen. Ich bin 50. Jahre nach Hitler Übernahme aus der Schule gekommen. In der 10. Klasse wurde besonders dieses Thema sehr intensiv besprochen. Zusätzlich wurde in dem Roman ein Thema berührt, daß mir sehr nahe ging. Ich danke dem Blanvalet Verlag für mein Vorabexemplar.

 

Buchvorstellung Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe

Heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, dass mich von der ersten Seite begeistert hat. Obwohl es eine Thematik ist, die ich seit Jahren vermeide zu lesen.

Hier ist der Klappentext:

Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht von Lügen

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva  am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage…

Bestsellerautorin Brigitte Riebe ist zurück – mit einem bewegenden Roman über ein deutsches Familienschicksal.

Ich habe das Buch bereits gelesen, doch die Rezension wird erst am 11. September veröffentlicht.

 

Rezension zu Schmetterlingsflügel ,,Liebe nach Plan“ von Patricia Vonier

Schmetterlingsflügel: Liebe nach Plan? von [Vonier, Patricia]

 

 

 

Seit bereits drei Jahren lebt Lina alleine. Ihr langjähriger Freund hat die junge Frau betrogen und verletzt. Mitten in ihren Gedanken wird Lina von einer Kollegin an einen Termin erinnert, Völlig überstürzt fährt Lina zum Flughafen. Doch Lina’s Kunde Daniel van der Beek ist ganz entspannt. Das Penthouse in bester Lage in München, ist so gar nicht die Vorstellung die Daniel von einem gemütlichen Heim hat. Lina versteht die Welt nicht mehr. Daniel entschuldigt sich für den Reinfall, aus Lina’s Sicht, mit einem exclusiven marokkanischen Essen. Während des Essen verliebt sich Lina in Daniel. Das ist der jungen Frau auch noch nicht passiert! Nach kleinen anfänglichen Schwierigkeiten kommen sich Lina und Daniel näher. Beide schweben auf Wolke Sieben bis eine Intrige das Liebespaar trennt.

Patricia Vonier schreibt sehr einfühlsam und mir manchmal zu direkt. Ich gebe aus vollem Herzen 5 Sterne. Das Buch ist mir als Rezensionsexemplar überlassen worden, was aber meine objektivität nicht verändert.

Neuvorstellung von Edna Schuchardt Notruf Deichklinik Rettung mit Herz

Der nächste Teil von der Deichklinik ist am Start. Ich wünsche allen Lesern viel Spaß.

#NEUERSCHEINUNG
„Notruf Deichklinik. Rettung mit Herz“
Der neue Liebesroman von EDNA SCHUCHARDT setzt die erfolgreiche Serie um die „Deichklinik“ im ostfriesischen Norden fort! Wie wird die Story von Leefke und Immo enden? Wenn Dir jemand nicht mehr aus dem Kopf geht, dann gehört er in dein Herz, oder?

Amazon: http://amzn.to/2uNLqQz
Weltbild: http://bit.ly/2fJkWNp

+++ Diesen Abend in Ostfriesland hatte Leefke sich ganz anders vorgestellt, aber wird aus der Beinahe-Katastrophe vielleicht doch noch ein romantisches Happy End? Verträumt schaut sie ihrem Retter hinterher, der wieder zu seinem friesischen Junggesellenabschied zurückmuss. Gut aussehend, sexy, dabei auch noch hilfsbereit und charmant – was für ein Mann!

In letzter Not hatte Immo sie vor dem Erstickungstod bewahrt … Was Leefke nicht ahnt: Es ist gar nicht sein Junggesellenabschied, Immo ist überhaupt nicht vergeben, und auch er bekommt sie einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Wie es der Zufall will, treffen die beiden nur wenige Tage später wieder aufeinander. Leefke arbeitet in der Deichklinik in Norden und Immo wird als Notfallpatient eingeliefert. Er droht, ins Komma zu fallen. Können die Ärzte ihn retten und ist dies der richtige Zeitpunkt für eine neue Liebe? +++

In der Ostfriesland-Serie sind folgende friesische Romane erschienen:
1. Notruf Deichklinik. Liebe friesisch – herb
2. Notruf Deichklinik. Sommer friesisch – herb
3. Notruf Deichklinik. Rettung mit Herz

Alle Ostfrieslandromane von Edna Schuchardt können unabhängig voneinander gelesen werden.

#EdnaSchuchardt #Liebesroman #NotrufDeichklinik #Ostfrieslandroman

Blogger schenken Lesefreude

Zum heuten Tag dem Welttag des Buches möchte auch ich einen sehr schönen Krimi verlosen. Das Buch Äpfel und Dirnen von Julia Bruns. Hier der Klappentext: Die Kleinstadt Kindelbrück erlebt die schlimmste Mordserie ihrer Geschichte – gleich drei Leichen werden in dem son so ruhigen Städtchen im Thüringer Becken entdeckt. Das Kuriose: Die Toten stammen allesamt aus dem verfeindeten Nachbarort Bilzingsleben, sind splitternackt – und ihre Mägen mit Apfelsaft gefüllt. Die Kommissare Bernsen und Kohlschuetter glauben zunächst an einen verrückten Serientäter mit Vorliebe für Fruchtsäfte. Doch die Wahrheit erweist sich als weitaus pikanter…

Ermittlungen auf schlüpfrigen Pfaden. Ein politisch unkorrekter Ost-West-Krimi mit Humor und viel Thüringer Patriotismus. Ich danke dem Emons Verlag für die zur Verfügung gestellten Verlosungsexemplare.

Jetzt meine Frage: Wie ist die Hauptstadt von Thüringen? Auch diese Verlosung läuft bis zum 1. Mai um 23.59 Uhr.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück. Es gibt drei Gewinner!

Rezension zu Tod im Zirkus von Susanne Ptak

Obwohl ich den 1. Teil von Lena Smid nicht kenne, bin ich sehr schnell in den Krimi reingekommen. Diesmal untersucht die Kriminalistin den Tod des sehr beliebten Löwendompteur Steven Landis. Doch das ist nur ein Pseudonym für ein Kind des hiesigen Ortes in Ostfriesland. Der Zirkus Tarani besteht bereits seit einigen Generationen. Jetzt haben die Betreiber Angst, das noch weniger Menschen die Vorstellung anschauen. Denn selbsternannte Tierrechtler machen dem Zirkussen seit Jahren das Leben schwer. Leider waren die Zirkusleute und die Polizei noch nie Freunde, Aber wer weiß ob es nicht doch Ausnahmen gibt?

Der Kurzkrimi von Susanne Ptak hat mich von der ersten Seite gepackt. Ich danke auch dem Klarant Verlag für mein Rezensionsexemplar. Volle Leseempfehlung! Ich hoffe es geht bald weiter mit Lena Smid und ihren Kollegen.

Rezension zu die Blütensammlerin von Petra Durst-Benning

Wer ist die Blütensammlerin?

Sobald ich von dem Teil Die Blütensammlerin von Petra Durst- Benning erfahren habe, habe ich mir diese Frage gestellt.

Wir lernen in diesem Teil Christine, die von ihrem Mann getrennt ist, näher kennen. Mit Hilfe ihrer Freundinnen erhält sie die Chance ihr Leben einen neuen Aspekt zu geben. Aus dem gemütlichen Haus wird eine Bed und Breakfast. Dieses Jahr gibt es ein besonderes Event im Genießerdorf. e. Im Juni wird ein Kochwettbewerb stattfinden. Dazu werden ganz unterschiedliche Teams gesucht. Dabei haben Christines Freundinnen eine ganz verrückte Idee.Vorsicht Spoiler! Christine’s Noch-Ehemann versucht trotzdem ihr das Haus weg zu nehmen Spoiler Ende.*
Wird Christine eine Möglichkeit finden, ihr Heim zu behalten?

Ich werde hier nicht verraten, wie es weitergeht. Lasst Euch überraschen! Das Buch löst wieder unterschiedliche Empfindungen beim Leser aus. Bei einigen Szenen sind mir die Tränen gekommen!
Ich hoffe sehr, das die Autorin nach Teil 3 nicht die Serie beendet! Es gibt noch soviel, was ich gerne über die unterschiedlichen Protagonisten erfahren möchte. Ich bedanke mich herzlich beim Bloggerportal für mein Rezensionsexemplar.

 

Rezension zu Heartbreaker – für immer nur Du von Kate Lynn Mason

 

Ashley Brennan ist nach einer großen Enttäuschung vor drei Jahren nach Dublin gezogen um zu studieren. Jetzt ist der Vater krank und ihre Schwester Skye bittet sie nach Hause zu kommen. Nach kurzem Zögern ist Ash dazu bereit. Ash hofft nur nicht auf ihren Ex Logan zu treffen. Der junge Mann hat durch eine Lüge nicht nur ihre Beziehung kaputt gemacht, sondern auch den Weg zurück zu ihrem Vater. So packt Ash ihre Sachen und fährt zurück in die Connemara Berge von Irland. Wen trifft Ash noch vor ihrer Schwester? Logan! Doch seit wann lebt ihr Ex auf dem Grundstück ihrer Eltern? Skye und auch ihre beste Freundin haben Ash diesen wichtigen Punkt bewußt verschwiegen. Ashley und Logan, da sprühen die Funken, sobald sich die Beiden begegnen! Aber Ash erfährt, dass Logan jetzt mit ihrer Schwester zusammen ist und damit tabu für Ashley. Wie kann es dann sein, daß dieser Mann Ash noch immer in Rage bringen kann? Máire freut sich sehr, daß Ashley wieder Zuhause ist. Die Haushälterin ihres Vaters ist eine Art Mutterersatz, nachdem die Mutter der Zwillinge sehr früh verstorben ist.

Im Buch wird dem Leser immer wieder eine Rückblende gegeben, was drei Jahre vorher wirklich passiert ist. Kate Lynn Mason oder auch Kate Sunday hat in dem Buch das ganze Spektrum der jungen Liebe wieder gegeben. Die Hauptfiguren sind Ashley, Skye und Máire, die Haushälterin ihres Vaters. Obwohl Ashley und Skye Zwillingsschwestern sind, haben sie unterschiedliche Charaktere. Ashley ist die Impulsivere und Skye macht alles mit sehr viel mehr Ruhe. Die Protagonisten hat die Autoren mit sehr viel Liebe gezeichnet.
Ich danke feelings für das mir zur Verfügung gestellte Exemplar. Ich habe mich wieder an meine erste Zeit mit meinem Liebsten erinnert, Meine große Liebe steht seit über 30 Jahren an meiner Seite. Besonders einige Szenen haben meine Gefühle von damals widergespiegelt.

Tag 4: Buchexpedition Rebel Heart von Susan B. Hunt

 

Heute ist Tag 4 der Buchexpedition  Rebel Heart Ragnar und Jaz von Susan B. Hunt. Ich habe heute ein sehr schweres Thema: Pädophilie. Aber ich habe mich dazu entschlossen, einen Artikel zu verfassen, weil mir das Thema persönlich sehr am Herzen liegt. Ich bin Mutter und Oma und hoffe, dass meinen süßen Enkelkindern nie etwas geschieht.

Pädophilie – darunter versteht man die Veranlagung, die eigene Sexualität nur oder überwiegend mit Kindern ausleben zu wollen. Viele Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern finden innerhalb des engeren sozialen Umfelds statt – häufig durch Väter,Stiefväter, Verwandte, Erzieher oder Lehrer. Die Dunkelziffer ist dabei vermutlich hoch.

Pädophile Menschen erreichen sexuelle Befriedigung und Erregung überwiegend oder ausschließlich durch sexuelle Handlungen mit Kindern oder durch Fantasien über solche Handlungen. Die Kinder sind dabei in der Regel noch nicht in der Pubertät oder sie befinden sich in einer frühen Phase der Pubertät.

Je enger die familiäre Bindung zwischen Opfer und Täter ist, desto größer ist oft die Scheu der Opfer, Missbrauchstaten zur Anzeige zu bringen. Daher kommen Fälle innerhalb des familiären Umfelds meist erst sehr viel später zur Anzeige, zum Beispiel, wenn die Kinder aus dem Haus oder erwachsen sind – oder es wird gar keine Anzeige erstattet.

Sexueller Missbrauch an Kindern ist strafbar – dabei spielt es keine Rolle, ob die Taten gewaltfrei ablaufen oder nicht. Nähert sich ein Pädophiler einem Kind an, geschieht dies oft nicht in aggressiver Weise, sondern vielmehr zaghaft und freundlich. Fehlende Aggressivität bedeutet jedoch nicht, dass kein Missbrauch vorliegt. Wendet der Täter Gewalt an, um ein Kind zu sexuellen Handlungen zu zwingen, spricht man von sexueller Misshandlung.

Sexueller Missbrauch ist auch strafbar, wenn das Kind nicht ausdrücklich gegen seinen Willen in sexuelle Handlungen einbezogen wurde – denn Kinder sind aufgrund ihres Entwicklungsstands noch nicht in der Lage, vollständig zu begreifen, was mit ihnen geschieht.

Nicht nur sexueller Missbrauch ist strafbar, sondern auch Kinderpornografie. Die Herstellung, Verbreitung und der Besitz von Kinderpornografie sind in der Bundesrepublik Deutschland verboten. Quelle:(http://www.onmeda.de/sexualitaet/paedophilie.html)

 

Die Opfer

Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, leiden meist erheblich darunter. Zu möglichen Folgen zählen etwa psychosomatische Beschwerden – zum Beispiel Bauchschmerzen –, aber auch Angst vor Erwachsenen.

 

Gerade, wenn der Täter aus dem Familien- oder Bekanntenkreis stammt, hält der Missbrauch oft jahrelang an und das Kind kann sich dem Geschehen nicht entziehen. Im Erwachsenenalter sind die Opfer fast immer in ihrem körperlichen Erleben beeinträchtigt.

Zunächst einmal gilt in akuten Situationen: Opfer und Täter sollten sofort voneinander getrennt werden. Dies ist vor allem wichtig, wenn der Täter aus der eigenen Familie stammt. Mithilfe einer Psychotherapie kann das Opfer das entstandene Trauma bearbeiten.

Die Dunkelziffer:

In Relation zu den 12 Millionen Kindern, die in Deutschland leben, ist das immer noch eine vergleichsweise winzige Zahl – betroffen wären demnach pro Jahr 0,017 Prozent (Verurteilungen wegen Kindesmißbrauchs) oder 0,126 Prozent (Anzeigen) der Kinder.
Es liegt im Wesen jeder Dunkelziffer, daß es über ihre Größe nur Spekulationen geben kann – beim Thema Pädophilie ist der Dissens besonders auffällig. 1983 vermutete das Bundeskriminalamt, die Dunkelziffer liege sechs- bis achtmal so hoch wie die Zahl der gemeldeten Fälle. Zwei Jahre später verlautbarte das gleiche Amt, die Hell-/Dunkelfeld-Relation betrage nun 1 : 8 bis 1 : 15. Die baden-württembergische Landesregierung hat die Schätzung inzwischen auf 1 : 20 korrigiert. Als Rita Süssmuth noch Bundesgesundheitsministerin war, schätzte ihr Ministerium, es würden in (West-)Deutschland „bis zu 300 000 Kinder im Jahr“ sexuell mißbraucht, das entspräche einer Dunkelziffer von 1 : 200.
In den letzten zehn Jahren haben sich überall Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen gegen den sexuellen Mißbrauch konstituiert. Deren Vermutungen über das Ausmaß dieses heimlichen Verbrechens gehen noch weiter: Die Hälfte aller deutschen Mädchen, heißt es dort, würde sexuell mißbraucht.
Alle diese „Zahlen sind Fiktion“, urteilt die Berliner Pädagogin und Publizistin Katharina Rutschky, die über den Kindesmißbrauch und die „erregte Aufklärung“ ein Buch geschrieben hat. Die gigantischen Schätzungen sollen, meint Frau Rutschky, die Gesellschaft „anfällig machen für eine ganz und gar phantastische Welt, in der die Sexualität der Feind Nummer eins im Leben der Kinder (und Frauen) ist“. Hinter der neu entfachten Debatte über sexuelle Gewalt vermutet Katharina Rutschky radikale Feministinnen.
Der Streit ist nicht zu entscheiden. Den Sexualwissenschaftlern fehlen verläßliche Untersuchungen über Ausmaß und Modus der Liebe mit Kindern; außerdem ist die Zunft traditionell über jedes Thema tief zerstritten. Als sicher kann nur gelten, daß es Pädophilie in vielen Spielarten seit Jahrtausenden gibt.
 liebend gibt der Sterbliche vom Besten.
Bei den Naturvölkern Polynesiens soll es eine „institutionalisierte Päderastie“ gegeben haben, deren Sinn die Zuführung von Sperma gewesen sei. Erst der männliche Samen mache aus dem Knaben einen Krieger, hoffte man.
Von Mythen und Märchen umkränzt sind auch die modernen Begründungen, mit denen ältere Päderasten ihr Tun rechtfertigen. Dem Bremer Soziologieprofessor Rüdiger Lautmann, der über die „Phänomenologie sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern“ geforscht hat, weil er den „Pädophilen helfen“ will, ist aufgefallen, daß die befragten Männer „das Lebendige an den Kindern hervorheben. Das Unverbildete. Das noch nicht Kanalisierte. Auch das Abenteuerhafte“. Für „echte Pädophile“, meint der Professor, komme „das Sexuelle eigentlich erst in zweiter Linie“. Aber kommen tut es ihnen dann doch.
Für den Frankfurter Sexualwissenschaftler Martin Dannecker ist genau an diesem Punkt die „Grenze zum sexuellen Mißbrauch überschritten“ – wenn nämlich die „von dem Erwachsenen gespürte Lust und sexuelle Erregung in eine sexuelle Aktion transformiert wird“. Es gebe ein allgemein respektiertes „Tabu der Minderjährigkeit“, das besagt, „daß es in sexueller Hinsicht bedeutsame und zu respektierende Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen gibt“.
Das Tabu ist nicht sehr scharf markiert, weil die biologische Reife eines älteren Kindes mit den gesetzlichen Schranken selten nahtlos übereinstimmt. Jede Person unter 14 Jahren gilt als Kind. Die Strafrechtsparagraphen zum „Schutz der sexuellen Selbstbestimmung“ definieren jede sexuelle Handlung an, mit oder vor einem Kind als „sexuellen Mißbrauch“.
„Wenn Kinder also Sexualität untereinander erleben“, klagt das „Handbuch der Sexualität“, „sind sie nach der Definition des Strafrechts zugleich Täter und Opfer.“
Kuriose Folgen sind möglich, zumindest theoretisch: Koitiert ein 13jähriger Junge mit einem 14jährigen Mädchen, so ist der Junge Opfer, das Mädchen Täterin. Ein Jahr später, der Junge ist nun 14 Jahre und damit strafmündig, das Mädchen 15 Jahre und noch innerhalb der weiblichen Schutzaltersgrenze, die es vor dem Koitus bewahren soll, kann der Junge auf Antrag als Täter verfolgt werden, das Mädchen ist dann das Opfer.
Die Neigung der Justiz, solche kindlichen Liebeleien zu bestrafen, ist äußerst gering. Über den seelischen Schaden, der beim frühen Tête-àtête angerichtet wird, gehen die Meinungen der Experten auseinander.
Von den literarischen und künstlerischen Fürsprechern der Pädophilie mal abgesehen, sind sich die medizinischen und psychologischen Sachkenner des sexuellen Mißbrauchs über die negativen Auswirkungen der erwachsenen „Lust am Kind“ durchaus einig. Schwere und Dauer des Schadens sind dabei von vielen Fakten abhängig. Die wichtigsten sind das Alter des Kindes, die Art des Mißbrauchs und seine Häufigkeit sowie die Persönlichkeit des Täters. „Anatomische Puppen“ sollen helfen, die Mißbrauchssituation bei Befragungen und in der Psycho-Praxis nachzustellen.
Die weitaus meisten Täter sind Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren. Der „Frühreife“ und der „Lustgreis“ spielen keine große Rolle mehr. Variabel sind die Aktivitäten, sie reichen vom Exhibitionismus bis zur Vergewaltigung, im schlimmsten Fall bis zum Sexualmord.
Exhibitionisten, im Polizeijargon „GeVauZett“ (für „Gliedvorzeiger“) genannt, werden von coolen Berliner Gören schon mal durch den Zuruf „Ist der aber klein!“ demoralisiert. Eine Gefahr des abweichenden Sexualverhaltens liegt darin, daß der Triebgestörte sich nicht immer und für alle Zeiten zuverlässig steuern kann – aus dem Exhibitionisten kann, über Nacht, ein Mörder werden.
Männer, die sich kleinen Mädchen nähern, lassen sich in drei Gruppen einteilen: Jeder dritte ist ein „genuiner“ Pädophiler – er zieht das Kind als Sexualpartnerin auch dann vor, wenn eine attraktive Frau im Bett nebenan liegt. Die zweite Tätergruppe umfaßt die „Nebenstrom“-Pädophilen – die nehmen, was sie kriegen können, bei Gelegenheit auch ein Kind. Für das letzte Drittel der Täter ist das Kind nur ein „Ersatzpartner“ – es fehlt eine erwachsene Frau, oft deshalb, weil der Mann „grenzdebil“ ist, also leicht schwachsinnig.
Die meisten Täter suchen sich ihre Opfer aus dem „sozialen Nahbereich“. Fremde sind in weniger als 20 Prozent die Täter. Bekannte der Familie, Nachbarn, Stiefväter und Freunde der Mutter sind es am häufigsten. Leibliche Väter spielen, entgegen weitverbreiteter Ansicht, eine eher marginale Rolle. Sie nähern sich ihren Töchtern nicht häufiger als deren leibliche Brüder, sofern die mehr als sechs Jahre älter sind.
Der sexuelle Mißbrauch innerhalb der Familie ist, weil er die meiste Aufmerksamkeit erregt, am genauesten erforscht. Zu Recht am gefürchtetsten ist der tyrannische Vater, oft ein sozial randständiger Mann, der trinkt und es notfalls auch mit einem Haustier treiben würde.
Zum Inzest disponiert auch der Rollentausch innerhalb der Familie: Wenn die heranwachsende, patente Tochter die Rolle der kränkelnden oder vital schwachen Mutter übernimmt, einkauft und den Haushalt führt, dann gerät sie womöglich auch im Bett an (Stief-)Vaters Seite.
Oft besteht der primäre Reiz für den Täter in der Kindlichkeit seines Opfers. Die homosexuellen Päderasten verlieren das Interesse an ihrem kindlichen Sexualpartner, sobald der in die Pubertät kommt. Das ist, sagt Sexualwissenschaftler Dannecker, das „vorgegebene Ende“. Das „pädosexuelle Verlangen“ mache sich „auf die Suche nach einem neuen unreifen Objekt“.
Auch aufgeklärte, vor dem „bösen Onkel“ gewarnte Kinder sind den Verführungskünsten der Erwachsenen, vor allem aus dem sozialen Nahraum, oft nicht gewachsen. Viele Täter schaffen Sympathie durch ein bewußt rangordnungsgleich gehaltenes Gespräch wie unter Erwachsenen. Andere gewähren materielle Vergünstigungen – oft reichen schon ein paar (verbotene) Süßigkeiten. Eine erfolgreiche Strategie ist auch die Rolle des Überläufers in das Lager kindlicher Opposition. Wie auch immer, der Lohn ist mindestens ein „Doktorspiel“.
Daß Kinder ein aktives Interesse an der Anatomie erwachsener Männer hätten, ist ein Gerücht. Selbst „Pädo“-Fürsprecher Lautmann muß zugeben, daß „einiges Zureden“ nötig ist, wenn der Kinderfreund „berührt werden möchte“. Lautmann milde: „Sanfte Überredung ist sicher harmlos und mit dem hohen Maß an Verbalisierung notwendig verbunden.“
Die Liebe bleibt meist einseitig. Die Erwachsenen geheimnissen ihre Wunschträume in das schöne, begehrenswerte Sexualobjekt – und manchmal endet, wie in Thomas Manns Novelle vom „Tod in Venedig“, die verbotene Liaison mit dem endgültigen Verlöschen von Trieb und Trott.
Die todernste Gefahr der Pädophilie liegt in dem Risiko eines Mordes am Kind. Das ist, verglichen mit der Häufigkeit des Delikts, ein seltenes Ereignis. 1995 kam in Deutschland ein Kind als Opfer eines Sexualverbrechens zu Tode, 1994 waren es sechs.
Manchmal gerät, wie jetzt in Belgien, dem Täter das eigene Tun völlig außer Kontrolle. Als größter Serienmörder der Geschichte gilt der französische Ritter Gilles de Rais, der zwischen 1426 und 1440 mindestens 140 Kinder auf seine Schlösser verschleppt und dort getötet und zerstückelt haben soll. Ob der Adelsmann die unschuldigen Kinder wirklich „erwürgt und massakriert“ hat, ist immer noch strittig: Der Haudegen war ein Kampfgefährte der fabelhaften Jeanne d“Arc, und vor Gericht stellten ihn deren Feinde, die Engländer. 1992, gut fünfeinhalb Jahrhunderte nach seiner Hinrichtung, sprach ein französisches Gericht den Aristokraten postum frei.
Wie die Relation zwischen Anzeigen und Verurteilungen bei sexuellem Mißbrauch beweist – in Deutschland rund 8 : 1 -, sind die Chancen, als Unschuldiger davonzukommen, bei diesem Delikt besonders groß. Urteile, wie sie während der spektakulären Prozesse von Flachslanden gefällt wurden – von 27 Angeschuldigten wurden 13 verurteilt, zu dreieinhalb bis 14 Jahren Gefängnis -, sind in der deutschen Justizgeschichte die Ausnahme.
Gewöhnlich finden die einschlägigen Prozesse weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, auch zum Schutz der Opfer. Die Täter verteidigen sich meist mit einem Potpourri immer gleicher Argumente: Es sei Liebe gewesen, Aufklärung und Fürsorge; man habe ein Ventil für den Sexualtrieb gebraucht; schuld sei die Mutter; das Kind habe den Erwachsenen verführt.
Diese „Lolita“-Version des sexuellen Mißbrauchs erfreut sich in Literatur, Kunst und Pornofilm vielfältiger Variationen – die sind alle Phantasie. Ein „präpubertäres Mädchen“, erläutert der Kieler Sexualmediziner Hartmut Bosinski, könne manchmal durchaus „kokett“ sein – aber niemals sei dies die bewußte oder unbewußte Aufforderung zum Geschlechtsverkehr.
Bosinski stützt dieses Urteil auf seine eigenen Erfahrungen als Sexualtherapeut und Gutachter. Bisher gebe es auf dem weiten Feld der Pädophilie nur Hypothesen, „einige wären sogar testbar“. So ist die klare Abgrenzung von Sozialisationsdefekten als Ursache sexuellen Mißbrauchs gegenüber den möglichen biologischen Faktoren bisher nicht vorgenommen worden, obwohl jeder dritte Täter frühkindliche Hirnschäden erlitten hat, die ihn später womöglich in das Desaster treiben. Doch verläßliche Daten fehlen.
In der Fachzeitschrift Psychologie heute werden dem Leser zwar die „Strukturen männlicher Sozialisation und potentieller Täterschaft“ bezüglich des „sexuellen Mißbrauchs an Mädchen und Frauen“ erläutert, doch obsiegt hierbei Ansicht über Einsicht: Die Aufklärung von Jungen suggeriere – trotz aller Lehrerinnen? – noch immer „die Selbstverständlichkeit aggressiven männlichen Sexualverhaltens“, sie vermittle eine „jederzeitige Verfügbarkeit von Frauen als Objekte“. In gerichtlichen Verfahren fänden die „Folgen der Tat beim Opfer“ – trotz der Gutachterinnen? – kaum Beachtung. Ganz generell habe das „patriarchale Männlichkeitsbild der Gesellschaft“ diese „fatalen Auswirkungen“ und müsse deshalb weg.
Solche Radikalkur hat wenig Aussicht auf Verwirklichung. Der Kieler Sexualmediziner Reinhard Wille hat schon vor einem Jahrzehnt am Zeithorizont hoffnungsvolle Zeichen erkannt, die sich seither vermehrt haben und von spektakulären Ereignissen wie in Belgien oder in Flachslanden nur vorübergehend verdunkelt werden: Der Professor registriert einen seit Jahrzehnten andauernden Rückgang der deutschen Sexualkriminalität, in 30 Jahren um zwei Drittel.
Dieser Rückgang habe zeitgleich mit der „sexuellen Revolution“ Anfang der sechziger Jahre eingesetzt, lange vor allen Strafrechtsreformen. Vom „Tabu-Umsturz“ profitierten vor allem die „konkurrenzschwachen Jungtäter mit ihren pädophilen Ersatzhandlungen“ und die „Alterstäter mit ihrer spezifischen Libido-Potenz-Diskrepanz“, deren einschlägige Delinquenz mittlerweile auf ein Siebentel gesunken ist.
So war die „sexuelle Revolution“ auf lange Sicht für alle wohltätig. Initiiert von der Jugend der Welt, half sie sogar ihren Verderbern.
* „Jupiter und Ganymed“, Fresko aus dem 18. Jahrhundert. Quelle: (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9085624.html)

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Meine Gewinnspielfrage: Wie heißt der gegnerischische Motorrad Club?
DER SPIEGEL 35/1996
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