Premierenlesung von und mit Aaron Wahl zum Buch Ein Tor zu Eurer Welt

Aaron Wahl hat die Geschichte selbst vorgetragen. Das hat mich sehr berührt. Zu dieser Veranstaltung waren alle Medien vertreten, natürlich ein Vertreter der Verlagsgruppe Droemer Knaur, wo das Buch erschienen ist. Doch das besondere an diesem Tag ist, es ist der INTERNATIONALE AUTISMUS TAG. Ich habe als Bloggerin an der Premierenlesung teilgenommen und auch einen Livestream geschaltet gehabt. Leider hat die Technik mich öfter im Stich gelassen. Die Lesung wurde musikalisch unterlegt von den Schauspielern des PEM Center Hamburg.

Ich weiß, dass es für Aaron Wahl ein ganz besonderer Tag ist. Er hat mit der PEM Methode gelernt seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Auch haben wir ein Interview mit dem führenden Asperger Autismus Experten Professor Tony Attwood angesehen. Vielen Dank für die deutschen Untertitel!

Hier einige Fotos von der heutigen Premiere:

Die Bilder sind kostenfrei mit dem Zusatz (c) Ingolf Keller

Ein Tor zu Eurer Welt von Aaron Wahl

In dieser Biografie geht der Autor sehr emotionslos mit seinem Leben um. Ein Zeichen wie sehr das ,,Asperger – Autismus“ den Menschen verändert.

Es waren schon in seiner Kindheit ,,Zeichen zu sehen“ aber Aarons Mutter und Schwester, die sehr hektisch sind, übersehen die Anzeichen. Dabei ist die Mutter Lehrerin und auch mit dem Krankheitsbild vertraut. Aber wie das so ist, beim eigenen Kind ist alles Anders! Das hat zur Folge, dass der arme Junge eine Odyssee von vielen Ärzten, Therapeuten und Krankenhäuser durchwandert. Besonders der Todesfall seines geliebten Großvaters bringt das, damals, 10 jährige Kind in die Isolation. Doch Aaron schafft es selbstständig aus dieser Isolation heraus zu treten, denn er lernt PEM kennen. Die Perdekamsche Emotions-Methode.

Obwohl ich nicht an ,,Asperger-Autismus“ leide, sind viele Situationen sehr vertraut. Sobald eine psychosomatische Krankheit diagnostiziert wird, benehmen sich viele Menschen sehr distanziert. In diesem Zusammenhang ähnelt ,,Asperger-Autismus“ sehr der ,,Fibromyalgie“.

Ich danke dem Verlag Droemer Knaur für dieses sehr informative, außergewöhnliche Buch über die Lebensgeschichte von Aaron Wahl.

Der Saitenzauberer – Karl Cyperski – Rena Larf

Karl Cyperski wird 1961 in Danzig zu Weihnachten geboren. Die ganze Familie ist sehr musikalisch. Früh lernt der kleine Junge von seinem Vater das Gitarre spielen. Doch Anfang 1970 sieht sein Vater keine berufliche Perspektive für sich. Karl’s Eltern beschließen nach Deutschland zu ziehen, da haben sie noch Verwandte. Die Entscheidung fällt für Hamburg. In Hamburg-Nettelnburg wird die Familie nun leben. Karl hat viel Heimweh nach Danzig und zieht sich still in sein Zimmer, doch er spielt mit viel Freude weiter Gitarre. Das wird einmal sein Leben sein. Doch um 1970 weiß das der damalige Teenager noch nicht. Ein Fußballspiel mit seinem Kusin, der auf Besuch ist, bringt ihm zwei Freunde für’s Leben. Karl ist sehr sprachenbegabt, so dass seine Lehrerin ihn für das Gymnasium empfiehlt. Laut Aussage von Karl war,,es sau schwer“. Nach der Schule wird Karl Aussenhandelskaufmann, doch seine Gitarre begleitet ihn weiter. Ab ca. 1999 gibt Karl neben seiner Arbeit Gitarren Unterricht. Seit März 2013 ist Karl selbstständig als Gitarrenlehrer, Musikpädagoge und Fingersyle-Gitarrist.

Ich kenne Karl Cyperski bereits seit 1999. Da fing unser Sohn René mit Gitarren spielen an. Einen Entschluß den René bis Heute nicht bereut hat. Ich danke dem BoD für das mir zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar und Rena Larf für die wunderbar einfühlsame Lesung im November 2015.

 

Der Vergangenheit dunkle Zeiten – Ulrike Eschenbach

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Vielen Dank an Ulrike Eschenbach und den Windsor Verlag.

Rike hat ein schweres Leben. Erst verstößt das kleine Mädchen die leibliche Mutter, doch auch ihre Adoptivmutter ist nicht sehr liebevoll zu ihrer Adoptivtochter. In dieser schweren Zeit ihrer Kinder- und Jugendzeit ist ihr größter Halt ihr Adoptivvater. Seit Riekes Kindheit hört Rieke von ihrer Adoptivmama den Satz: ,, Die wird das gleiche wie ihre Alte“. Dabei versteht das kleine Mädchen gar nicht, was das heißen kann. Dieser Satz verfolgt Rieke noch bis nach ihrem Auszug ihrer Adoptiveltern. Ihre Mama hat eine Macht über Rieke, die selbst als junge Frau noch anhält. Rieke findet spät ihr Glück, das 30 Jahre anhält.

Einige Szenen in dem Buch lasen sich für mich, wie mein eigenes Leben. Nur bei mir war es die leibliche Mutter, die ihren Jähzorn an mir auslies. Besonders als Rieke sich von ihrer Mama langsam löste und diese auf egoistische Weise, fragwürdige Aktionen durchführte. Das hat mich an meinen eigenen, überstürzten Auszug zu meinen heutigen Mann erinnert. Auch meine Mutter war der Meinung, ich müßte als Älteste für Papi und sie sorgen, sobald beide, pflegebedürftig werden.

Nein ich bin kein Kind der Nachkriegszeit sondern erst in den 60 Jahren des letzten Jahrhundert geboren. Eine sehr berührende und erliche Geschichte.